Zeltlager 2021

vom von Peter Bulthaup, Kategorie: Veranstaltungen

In einer Wochen beginnen die Sommerferien bei uns und damit die Zeit in der normalerweise Zeltlager, Freizeiten und Ferienspiele, stattfinden. In den letzten zwei Ferienwochen findet das Jungschar-Zeltlager, des CVJM Kreisverband Bünde, statt.

Zeltlager bedeutet „eine Woche Jungschar am Stück“. Mit allem was dazugehört: fetzige Geländespiele, freudiges Singen am Lagerfeuer, wilde Wasserspiele, entspannen in der hoffentlich auch dann scheinenden Sonne, Bibelarbeit und Gottesdienst feiern und noch vieles mehr…

Alle Kinder zwischen 9 und 13 Jahren sind eingeladen mitzukommen, doch die Plätze sind begrenzt.

„In der aktuellen Situation gehen wir davon aus, dass wir mit Kindern und Mitarbeitenden unterwegs und auf den Zeltplatz können.“ Unser Zeltlager soll im August stattfinden und wird entsprechend weiter vorbereitet. „Wir sind sehr froh und dankbar für alle Mitarbeitenden, die schon so viel Zeit in die Vorbereitung des Zeltlagers gesteckt haben. Wir hoffen, dass die Corona-Lage so bleibt und wir fahren können.“

Dementsprechend eine Woche Jungenzeltlager und anschließend eine Woche Mädchenzeltlager.

Zeltlager der Jungen vom 01.-07.08.2021
Zeltlager der Mädchen 08.-14.08.2021

Wer noch nicht angemeldet ist, sollte dies schnell tun. Denn aufgrund der aktuellen Situation sind die Plätze noch begrenzter als sonst. „Mit 50 Kindern pro Woche planen wir aktuell unterwegs sein zu können.“

Mädchenlager ist voll – eingehende Anmeldungen kommen auf die Warteliste
Jungenlager aktuell sind noch 7 Plätze frei

Die Programm- und Materialvorbereitungen gehen nun in die heiße Phase.

Durch die aktuellen Corona-Bestimmungen sind für die Mitarbeitenden in den letzten Wochen vor dem Zeltlager nochmal einige Dinge mehr vorzubereiten und schlussendlich auch zu beachten. „Wir sind zuversichtlich und werden ein gutes Hygienekonzept haben, um das Zeltlager durchführen zu können.“ Die Grundlage des Hygienekonzepts ist die jeweils geltende Corona-Verordnung.

Kosten pro Kind belaufen sich auf 175,00 Euro; 150,00 Euro bei Geschwisterkindern.

Die Zeltlager werden von einem Team ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleitet und von unserem hauptamtlichen Mitarbeiter, Kreisverbandssekretär Niklas Niedermeier, unterstützt. Weitere Fragen beantworten gerne die Lagerleitungen: bei Fragen zum Mädchen-Zeltlager steht Lena Bartelheimer zur Verfügung (Telefon: 05223 4929942/Email: Kontaktformular). Für das Jungen-Zeltlager ist

Thimo Witte der Ansprechpartner (Telefon: 0152 07521625/Email: Kontaktformular).

Eine neue Organisation entsteht!

vom von Peter Bulthaup, Kategorie: Veranstaltungen

Francis Palmers Arbeitsvertrag als National Coordinator lief am 31.12.2020 nach fünf Jahren aus. Eine einvernehmliche Weiterbeschäftigung scheiterte an persönlichen Widerständen aus der Mitgliederschaft des YDP. Mit ihm verließen auch Samuel Brima und Solomon Lahai das YDP, da sie sich eine weitere Tätigkeit ohne Francis nicht vorstellen konnten. Um einen möglichst glatten Übergang zu einem, bisher noch nicht benannten, Nachfolger sicher zu stellen, erklärte sich Francis bereit dem „Übergangsteam“ (benannt und beschrieben im ersten Teil) befristet als „Berater“ zur Verfügung zu stehen.
Parallel zu den ungewissen Personalentscheidungen im YDP machten die Jugendlichen aus dem „Youth Wing“ deutlich, unter keinem anderen als Francis Palmer weiter im YDP mit zu arbeiten, zumal ihnen kurz vorher von Erickson Sosokoneh, dem Vorsitzenden, nach mehr als einem Jahr Mitarbeit, erklärt wurde, das sie sowieso noch kein Teil des YDP seien. Diese Jugendlichen waren von der Straße geholt worden, hatten Vertrauen aufgebaut zu Francis und seinem Team. Und sie hatten eine Perspektive für die Zukunft bekommen. Sie arbeiteten begeistert am Artemisia-Projekt mit, hatten zum ersten Mal das Gefühl etwas wert zu sein und etwas geschaffen zu haben. Zu den anderen Mitgliedern des YDP hatten sie kein Vertrauen, zumal sie merkten das das was sie leisteten von diesen nicht Wert geschätzt wurde, während Francis so etwas wie eine Vaterfigur war.
Was Nun? Nach vielen Gesprächen mit Vertrauten, Mitgliedern seiner Gemeinde und Freunden kam Francis zum Schluss diese Jugendlichen und auch die ehemaligen Mitstreiter im Team, Samuel und Solomon, nicht im Stich lassen zu können. Auch der „Rat der Ältesten“ in Rogberi-Lungi, dem Dorf wo die Farm aufgebaut worden war, zeigten sich nicht begeistert, als Francis ihnen von der Beendigung seiner YDP Zeit informierte. Für sie war Francis und seine Gruppe das YDP, niemand sonst, zumal einer ihrer Söhne den Kontakt zwischen dem Dorf und Francis hergestellt hatte. Das Team war Teil des Dorfes geworden, wohnte dort, half bei der behördlichen Registrierung der Dorfschule und anderen verzwickten Angelegenheiten mit der Bezirksverwaltung und ist auch sonst sozial im Dorf aktiv. Das „Übergangsteam“ des YDP zeigte kein Interesse an einer Fortführung der landwirtschaftlichen Aktivitäten in Lungi.
So entschloss sich Francis Anfang des Jahres eine eigene NGO zu gründen, ohne den Muff von 30 Jahren YDP, ohne die ewig Gestrigen und Bremser in der Mitgliederschaft. Um die Jugendlichen aufzufangen, aber auch Visionen und Ideen, die denen des Gründers des YDP – Sima Kargbo – sehr nahe kommen, umsetzen zu können: Jugendlichen eine qualifizierte Ausbildung und Zukunft zu geben, sie selbstbewusst und selbstständig zu machen, wertvolle Mitglieder der Gesellschaft, unter Einbeziehung neuer, innovativer und nachhaltiger Methoden und Verfahren, bei Wahrung christlicher Ethik und Werte.
Ab Februar ist dann alles sehr schnell gegangen. In fast wöchentlichen Meetings, mit Günter und mir per Zoom oder Whatsapp, wenn möglich, zugeschaltet, wurde eine Satzung entworfen, der Registrierungsprozess als NGO eingeleitet, ein Finanzhandbuch und –verfahren erstellt, Anbaupläne für Artemisia, Pfeffer und andere Feldfrüchte erstellt, Arbeits- und Ausbildungsverträge mit den Jugendlichen abgeschlossen, die Anbaufläche ausgedehnt, einen Aufsichtsrat bestellt und, last but not least, einen Namen samt Logo gesucht und gefunden.

Kurz: „i4cc“
Für die Konzeption und Realisierung des Logos dankt i4cc ganz herzlich den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Kreativ-Abteilung im Hause Häcker-Küchen!
Das Motto von i4cc lautet: „No innovation - no development - no future“
In seiner Sitzung im April hat der Vorstand des CVJM Rödinghausen einstimmig beschlossen, diese neue NGO zu unterstützen.
Schwerpunkte der Arbeit sind zunächst die Farm in Lungi, die Ausbildung der Jungendlichen, Verarbeitung und Vermarktung der angebauten Produkte. Neue, angepasste Methoden der Landwirtschaft, wie konservierender Ackerbau und Kreislauflandwirtschaft (incl. Viehhaltung und Biogasnutzung) sollen eingeführt und gelehrt werden, um Beispiel zu geben wie der zunehmenden Degradierung der Böden begegnet werden kann. Ziel ist eine effektive, Ressourcen und Umwelt schonende Landwirtschaft, die in der Lage ist die Nahrungsmittelversorgung in SL nachhaltig zu verbessern. I4cc ist offen für Kooperationen mit anderen NGO mit ähnlichen Werten, um Synergie Effekte zu erzielen. Auch die Betätigungsfelder sind nach allen Seiten offen.
Der Aufsichtsrat (Board of Trustees, BOT) ist das zentrale Organ von „i4cc“. Er ist international besetzt und seine Glieder repräsentieren viel „Know How“ in verschiedenen Bereichen. Zudem verfügen einige Räte über gute Kontakte zu Wirtschaft und Politik (was in SL nicht ganz unwichtig ist).
Die Mitglieder im Einzelnen:
Mr Francis Palmer Gründer und Geschäftsführer i4cc
Miss Gisela Rehm Marketingexpertin
Mrs. Fatmata Kamara Offizier und Ausbilderin bei der Polizei
Mr. Abdul Fatouma Rechtsanwalt (für Menschrecht bei der UN)
Dr. Augustine Brima Pharmazeut und Apotheker
Mr. Kalilu Kudi Direktor des Büros zur Unterstützung von „Start Ups“ und Kleingewerbe im Ministerium für Wirtschaft.
Am 30-04-2021 wurde in der zweiten gemeinsamen Sitzung die Satzung verabschiedet und damit
Der Registrierungsprozess eingeleitet, der bis Ende Juno 2021 abgeschlossen sein soll.
Mrs. Mariatu Sesay (Kommunikation und Verwaltung, z.Zt noch unentgeldlich), Mr. Samuel Brima (Kasse und Finanzen) sowie Mr. Solomon Lahai ( Sozialarbeiter und Jugendbetreuer) bilden den Staff von i4cc. Als externe Berater komplettieren Günter Clausing (Finanzen) und Andreas Koch (Landwirtschaft, Ökonomie und Ökologie) unentgeldlich das Team.

erstes Bild: Der erste Sack mit Pfeffer (Chili, sehr scharf!) ist vermarktet worden, weitere werden folgen.
drittes Bild: noch mal glimpflich ausgegangen ist ein geplatzter Reifen am beladenen Pick-Up
viertes Bild: die „Farm-Crew“ nach Unterzeichnung ihrer Arbeits- und Ausbildungsverträge
Es ist schon erstaunlich, was in kurzer Zeit erreicht und umgesetzt werden kann, wenn alle Beteiligten am gleichen Ende des Strickes ziehen. Wünschen wir dem i4cc viel Segen auf dem eingeschlagenen Weg und das i4cc ein Segen für die Menschen in SL wird!
Demnächst mehr….
Andreas

Kinder, wie die Zeit vergeht! Pfingsten 2021

vom von Peter Bulthaup, Kategorie: Veranstaltungen

Jetzt sind es schon drei Monate her seit dem letzten Update. Seitdem ist eine Menge passiert, der Reihe nach und in Häppchen:
Corona spielt im Alltag keine große Rolle. Wenn Masken getragen werden dann meistens unter dem Kinn. Nur die tägliche Pressekonferenz zur Corona Lage findet unbeirrt statt. (Davon scheint eine Menge internationaler Hilfsgelder zur Bewältigung der Corona Epidemie und deren Folgen im Land abzuhängen. Nun ja…

Es sind schon apokalyptische Bilder, die da nach dem Brand im Slum von „Susans Bay“ zu sehen sind. Einige internationale NGO’s haben Hilfe und Spenden generiert. Wie immer werden auch von der Regierung vollmundige Ankündigungen zur schnellen Hilfe gemacht…
Aber es wird im wesentlichen wohl immer so sein wie es immer war: die Menschen werden die Reste durchsuchen und an gleicher Stelle wieder Verschläge bauen, die dann, Stück für Stück, in bewohnbarere Behausungen aufgehübscht werden.
Wohin auch mit all diesen Menschen? Die von der Regierung angebotenen Alternativen sind weit weg, ohne realistische Möglichkeit den Lebensunterhalt zu verdienen.

https://www.theguardian.com/environment/2021/may/17/sierra-leone-sells-rainforest-for-chinese-fishmeal-plant?CMP=twt_a-global-development_b-gdndevelopment (Bitte öffnen)

Die Regierung Sierra Leones hat ca. 120 ha Land im südlichen Teil der Western Area am „Black Johnson Beach“ an ein chinesisches Konsortium verkauft. Gebaut werden soll dort, je nach Quelle eine Fischmehlfabrik oder „nur“ ein Fischereihafen. Der Strand ist einer der tollen Sandstrände entlang der Westküste.
Das Hinterland von "Black Johnson Beach" war bis in die 2000er Jahre tropischer Regenwald! Kaum vorstellbar, aber wahr. Mit dem Ausbau der Peninsula Road begann die ökonomische Erschließung (Ausbeutung) der südlichen Peninsula, inclusive Rodung und Grundstücks Spekulation.
Die Errichtung einer Fischmehlfabrik oder auch nur Fischereihafen (wie es der Handelsattaché der chinesischen Botschaft in Freetown nennt) ist eigentlich nur der konsequente Schlußpunkt der kompletten Zerstörung einer ganzen Region. Mit fatalen Folgen für Mensch, Umwelt, Wasserversorgung, lokaler Fischerei, der Proteinversorgung der Bevölkerung und nicht zuletzt des Tourismus.... Dagegen regt sich jetzt Widerstand!

Der Schulbetrieb läuft wie gewohnt. Aufgrund der zu vielen Schüler findet der Unterricht jetzt auch im, noch nicht fertiggestellten Schulleiterhaus statt, oder es müssen drei Schüler auf einer Schulbank sitzen die nur für zwei konzipiert ist. Das ist natürlich kein Zustand auf Dauer.
Leider gestaltet sich die Zusammenarbeit seit dem Ausscheiden von Francis Palmer ausgesprochen schwierig. Die Personen die die Geschicke des YDP jetzt leiten ( oben rechts nach unten links: Erickson Sam Sosokoneh, , Gibrila Bangura , Fallah Senesie, Joseph Lefevre, David Kainessie,) sind zwar bemüht, aber immer wieder gibt es Differenzen bei der Umsetzung von Mindeststandards in Buchführung, Mitarbeiterführung, Kommunikation, Eigenbeteiligung (Ko-Finanzierung durch School Fees, Verwendung von Erlösen aus Nachhilfeangeboten, finanzielle Unterstützung durch die YDP Mitglieder oder uneigennütziger Mithilfe bei der Umsetzung ) des YDP an Maßnahmen und Mitsprache unsererseits. Auch da muss sehr schnell mehr Professionalität her, da die bisherigen Prozedere sehr ermüdend sind…
Das klappte mit Francis und seinem Team in allen Bereichen deutlich entspannter.
Fallah Senesie ist weitgehend von den Folgen seines Motorradunfalls genesen, lediglich Nackenschmerzen machen ihn zeitweise zu schaffen.
Jeneba ist soweit wieder fit. Ich kann nur hoffen, das ihre Mutter den gesendeten Ratschlägen zur Prophylaxe und Abschwächung der Symptome der SCD folgt, und nicht wartet bis aufwendige Maßnahmen wie Bluttransfusionen nötig werden.
Dico Daniel, der togolesische „Caretaker“ (Hausmeister) der Schule hat einen Leistenbruch erlitten und muss so schnell wie möglich operiert werden.
Positiv: 6 Schüler und 9 Schülerinnen der SPS werden die NPSE (national primary school exams) am 28-05-2021 ablegen und hoffentlich ähnlich erfolgreich wie im letzten Jahr sein.
Die Fortbildung von vier Lehrern konnte, nach vielem Hin und Her mit der neuen Administration des YDP, abschließend für das erste Jahr finanziert werden. Die betroffenen Lehrer Komba Momorie, Hawanatu Bangura, Ibrahim Mansaray und Fallah Senesie bedanken sich auf diesem Wege ganz herzlich.
Der Spielplatz ist renoviert worden.
Zum ersten Mal ist der Brunnen, der gerade um mehrere Meter vertieft worden ist, Anfang Mai trocken gefallen. Damit hat die Schule temporär keine eigene Wasserversorgung. Das Wasser muss jetzt zugekauft werden, da auch eine nicht allzu weit entfernte Quelle salzig geworden ist. Das ist eine direkte Folge der unkontrollierten Abholzung des Regenwaldes im Hinterland von Kissi Town. Alle Bemühungen der Schule auf die Folgen aufmerksam zu machen, blieben ohne Anerkennung. Da jetzt die Regenzeit beginnt wird das Problem zunächst bis zum nächsten Frühjahr vertagt, aber was dann?
Eine Schülerin hat die Kappe eines Stiftes verschluckt. Leider ist die Kappe nicht bis in den Magen durchgerutscht sondern hat sich in der Speiseröhre verhakt. Da den Betroffenen die notwendige OP in Freetown zu teuer war, ist man nach Conacry, der Hauptstadt von Guinea, ca 300km und mindestens sechs Stunden Fahrt von Kissi Town entfernt, ausgewichen. Dort ist das Mädchen in einer chinesischen Klinik erfolgreich operiert worden, musste aber noch mehrere Tage dort bleiben.
Mehr später…
Liebe Grüße

Andreas

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