Eine neue Organisation entsteht!

vom von Peter Bulthaup, Kategorie: Veranstaltungen

Francis Palmers Arbeitsvertrag als National Coordinator lief am 31.12.2020 nach fünf Jahren aus. Eine einvernehmliche Weiterbeschäftigung scheiterte an persönlichen Widerständen aus der Mitgliederschaft des YDP. Mit ihm verließen auch Samuel Brima und Solomon Lahai das YDP, da sie sich eine weitere Tätigkeit ohne Francis nicht vorstellen konnten. Um einen möglichst glatten Übergang zu einem, bisher noch nicht benannten, Nachfolger sicher zu stellen, erklärte sich Francis bereit dem „Übergangsteam“ (benannt und beschrieben im ersten Teil) befristet als „Berater“ zur Verfügung zu stehen.
Parallel zu den ungewissen Personalentscheidungen im YDP machten die Jugendlichen aus dem „Youth Wing“ deutlich, unter keinem anderen als Francis Palmer weiter im YDP mit zu arbeiten, zumal ihnen kurz vorher von Erickson Sosokoneh, dem Vorsitzenden, nach mehr als einem Jahr Mitarbeit, erklärt wurde, das sie sowieso noch kein Teil des YDP seien. Diese Jugendlichen waren von der Straße geholt worden, hatten Vertrauen aufgebaut zu Francis und seinem Team. Und sie hatten eine Perspektive für die Zukunft bekommen. Sie arbeiteten begeistert am Artemisia-Projekt mit, hatten zum ersten Mal das Gefühl etwas wert zu sein und etwas geschaffen zu haben. Zu den anderen Mitgliedern des YDP hatten sie kein Vertrauen, zumal sie merkten das das was sie leisteten von diesen nicht Wert geschätzt wurde, während Francis so etwas wie eine Vaterfigur war.
Was Nun? Nach vielen Gesprächen mit Vertrauten, Mitgliedern seiner Gemeinde und Freunden kam Francis zum Schluss diese Jugendlichen und auch die ehemaligen Mitstreiter im Team, Samuel und Solomon, nicht im Stich lassen zu können. Auch der „Rat der Ältesten“ in Rogberi-Lungi, dem Dorf wo die Farm aufgebaut worden war, zeigten sich nicht begeistert, als Francis ihnen von der Beendigung seiner YDP Zeit informierte. Für sie war Francis und seine Gruppe das YDP, niemand sonst, zumal einer ihrer Söhne den Kontakt zwischen dem Dorf und Francis hergestellt hatte. Das Team war Teil des Dorfes geworden, wohnte dort, half bei der behördlichen Registrierung der Dorfschule und anderen verzwickten Angelegenheiten mit der Bezirksverwaltung und ist auch sonst sozial im Dorf aktiv. Das „Übergangsteam“ des YDP zeigte kein Interesse an einer Fortführung der landwirtschaftlichen Aktivitäten in Lungi.
So entschloss sich Francis Anfang des Jahres eine eigene NGO zu gründen, ohne den Muff von 30 Jahren YDP, ohne die ewig Gestrigen und Bremser in der Mitgliederschaft. Um die Jugendlichen aufzufangen, aber auch Visionen und Ideen, die denen des Gründers des YDP – Sima Kargbo – sehr nahe kommen, umsetzen zu können: Jugendlichen eine qualifizierte Ausbildung und Zukunft zu geben, sie selbstbewusst und selbstständig zu machen, wertvolle Mitglieder der Gesellschaft, unter Einbeziehung neuer, innovativer und nachhaltiger Methoden und Verfahren, bei Wahrung christlicher Ethik und Werte.
Ab Februar ist dann alles sehr schnell gegangen. In fast wöchentlichen Meetings, mit Günter und mir per Zoom oder Whatsapp, wenn möglich, zugeschaltet, wurde eine Satzung entworfen, der Registrierungsprozess als NGO eingeleitet, ein Finanzhandbuch und –verfahren erstellt, Anbaupläne für Artemisia, Pfeffer und andere Feldfrüchte erstellt, Arbeits- und Ausbildungsverträge mit den Jugendlichen abgeschlossen, die Anbaufläche ausgedehnt, einen Aufsichtsrat bestellt und, last but not least, einen Namen samt Logo gesucht und gefunden.

Kurz: „i4cc“
Für die Konzeption und Realisierung des Logos dankt i4cc ganz herzlich den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Kreativ-Abteilung im Hause Häcker-Küchen!
Das Motto von i4cc lautet: „No innovation - no development - no future“
In seiner Sitzung im April hat der Vorstand des CVJM Rödinghausen einstimmig beschlossen, diese neue NGO zu unterstützen.
Schwerpunkte der Arbeit sind zunächst die Farm in Lungi, die Ausbildung der Jungendlichen, Verarbeitung und Vermarktung der angebauten Produkte. Neue, angepasste Methoden der Landwirtschaft, wie konservierender Ackerbau und Kreislauflandwirtschaft (incl. Viehhaltung und Biogasnutzung) sollen eingeführt und gelehrt werden, um Beispiel zu geben wie der zunehmenden Degradierung der Böden begegnet werden kann. Ziel ist eine effektive, Ressourcen und Umwelt schonende Landwirtschaft, die in der Lage ist die Nahrungsmittelversorgung in SL nachhaltig zu verbessern. I4cc ist offen für Kooperationen mit anderen NGO mit ähnlichen Werten, um Synergie Effekte zu erzielen. Auch die Betätigungsfelder sind nach allen Seiten offen.
Der Aufsichtsrat (Board of Trustees, BOT) ist das zentrale Organ von „i4cc“. Er ist international besetzt und seine Glieder repräsentieren viel „Know How“ in verschiedenen Bereichen. Zudem verfügen einige Räte über gute Kontakte zu Wirtschaft und Politik (was in SL nicht ganz unwichtig ist).
Die Mitglieder im Einzelnen:
Mr Francis Palmer Gründer und Geschäftsführer i4cc
Miss Gisela Rehm Marketingexpertin
Mrs. Fatmata Kamara Offizier und Ausbilderin bei der Polizei
Mr. Abdul Fatouma Rechtsanwalt (für Menschrecht bei der UN)
Dr. Augustine Brima Pharmazeut und Apotheker
Mr. Kalilu Kudi Direktor des Büros zur Unterstützung von „Start Ups“ und Kleingewerbe im Ministerium für Wirtschaft.
Am 30-04-2021 wurde in der zweiten gemeinsamen Sitzung die Satzung verabschiedet und damit
Der Registrierungsprozess eingeleitet, der bis Ende Juno 2021 abgeschlossen sein soll.
Mrs. Mariatu Sesay (Kommunikation und Verwaltung, z.Zt noch unentgeldlich), Mr. Samuel Brima (Kasse und Finanzen) sowie Mr. Solomon Lahai ( Sozialarbeiter und Jugendbetreuer) bilden den Staff von i4cc. Als externe Berater komplettieren Günter Clausing (Finanzen) und Andreas Koch (Landwirtschaft, Ökonomie und Ökologie) unentgeldlich das Team.

erstes Bild: Der erste Sack mit Pfeffer (Chili, sehr scharf!) ist vermarktet worden, weitere werden folgen.
drittes Bild: noch mal glimpflich ausgegangen ist ein geplatzter Reifen am beladenen Pick-Up
viertes Bild: die „Farm-Crew“ nach Unterzeichnung ihrer Arbeits- und Ausbildungsverträge
Es ist schon erstaunlich, was in kurzer Zeit erreicht und umgesetzt werden kann, wenn alle Beteiligten am gleichen Ende des Strickes ziehen. Wünschen wir dem i4cc viel Segen auf dem eingeschlagenen Weg und das i4cc ein Segen für die Menschen in SL wird!
Demnächst mehr….
Andreas